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Bewässerungsanlagen winterfest machen

Jede Anlage benötigt Pflege und Wartung, damit der Gartenbesitzer auch noch nach Jahren an seiner Investition Freude hat. Genau wie von seiner Heizungsanlage erwartet der Eigentümer auch von seiner Beregnungsanlage einen störungsfreien Betrieb.

Planung und Ausführung

Erstellt sind Beregnungsanlagen oft in wenigen Tagen, gerade wenn sie im Rahmen der Neugestaltung des Gartens gleich mit eingebaut werden. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um komplexe Anlagen handelt, die sorgfältig geplant und installiert werden müssen. Bereits in der Planungsphase wird der Grundstein zur Langlebigkeit einer Beregnungsanlage angelgt.

Jeden Herbst vor dem ersten Frost ist die Beregnungsanlage zu entleeren. Da in der Regel die Beregungsleitungen nicht frostfrei verlegt werden, ist die vollständige Entleerung aller Leitungen vor allem in kalten Regionen besonders wichtig. Versäumt man dies, sind Fristschäden an Magnetventilen und Regnern durch auffrisierendes Restwasser zu erwarten. Einfaches Öffnen der Ventile und Zapfstellen genügt nicht. Hier greift letztlich eine durchdachte Planung, die die entsprechende Entleerungsvorrichtung eingeplant hat. 

Tiefpunktentwässerung

Nicht immer ist es möglich, alle Leitungen im garten so zu verlegen, dass das Leitungsgefälle zu einem Tiefpunkt führt, an dem entleert werden kann. Es ist zudem zu beachten, dass auch automatische Entleerungsventile der Wartung bedürfen und deshalb zugänglich sein müssen. Ein Nachteil der automatischen Entleerungen ist, dass sich nach jedem Beregungsintervall die Leitung völlig entleert, mit dem Resultat, dass einerseits unnötig Wasser verbraucht wird und anderseits das Sickerwasser schadlos abgeführt werden muss.

Blow-Out-Methode

Einfacher, als mit Entleerungsventile zu arbeiten, ist eine gefällelose Verlegung der PE-Leitungen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Regnerkreise ausgeblasen werden können („Blow-Our“-Methode). Hierzu muss die Anlage über einen Pressluftanschluss für einen Druckluftkompressor verfügen.

Bei dieser Methode wird zunächst die Wasserzufuhr am Hauptschieber abgestellt und das Steuergerät ausgeschaltet. Anschliessend wird jeder Regnerkreis mittels Durchluft ausgeblasen. Am Besten beginnt man mit dem Kreis mit der ängsten Leitungslänge. Beim Kompressor kommt es nicht auf den Druck an, sondern vielmehr auf die Luftmenge. Es eignen sich Geräte mit einer Leistung von mindestens 2 m³/Min. Der Druck sollte mittels Druckminderer maximal 3 bar betragen, um Schäden an den Rohrleitungen zu vermeiden. Sobald das Wasser aus dem Regner entwichen ist und nahezu nur noch Luft austritt, ist der Kreis entleert und das Ventil kann wieder geschlossen werden.

Auch bei Tropfleitungen ist ein ausblasen sinnvoll. Es bietet sich hier ebenfalls an, jeweils am Ende des druckkompensierten Tropfschlauches einen Kunststoffkugelhahn einzubauen, um das Restwasser zu entleeren. Ausserdem kann dadurch auch die Tropfleitung gespült werden.

Nach dem Entwässern sind die mechanischen Abstellventile (meist Messingkugelhähne) halb geöffnet (ca. 45°-Stellung) zu belassen, um ein Aufplatzen bei Frost zu verhindern. 

Inbetriebnahme im Frühjahr

Beim Befüllen der leeren Leitungen im Frühjahr ist darauf zu achten, dass der Hauptschieber nur schwach geöffnet wird und Zapfventile, beispielsweise von Unterflurhydranten, geöffnet sind, damit die Luft entweichen kann und Druckstösse, die die Regner und die Einzelkomponenten schädigen können, vermieden werden. Ein Druckstoss (auch Wasserhammer) bezeichnet die maximale dynamische Druckänderung einer Flüssigkeit. Umgangssprachlich wird der Begriff jedoch für den Druckanstieg in einer Rohleitung verwendet, der beim zu raschem Schliessen einer Absperrarmatur auftritt. In Beregnungsanlagen werden sie minimiert durch den Einsatz von langsam schliessenden Magnetventilen. Durchstösse bewirken in Flüssigkeitssystemen weitaus höhere Druckanstiege als in Gassystemen. Fittings halten jedoch nur einem gewissen Betriebsdruck bzw. Prüfdruck stand. Sobald aus den einzelnen Kreisen das Wasser blasenfrei entweicht, können die Ventile komplett geöffnet werden.

Während der Inbetriebnahme empfiehl es sich, auch gleich die Regnereinstellungen zu überprüfen,. Defekte Düsen zu reinigen oder auszutauschen und Reinigungssiebe in den Regnern zu säubern. An Tropfleitungen werden Fehlstellen,, die durch mechanische Beschädigung entstanden sind, mit passendem Kupplungen repariert.

Quelle: dergartenbau 47/2010