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Giftpflanzen

Vorsicht ja, aber bitte keine Hysterie

"Allein die Dosis macht das Gift"

Giftigkeit ist ein relativer Begriff. Eine geringe Dosis eines Pflanzenwirkstoffs kann heilend wirken, zu vielen davon ist Gift. Klassisches Beispiel ist der Eisenhut. Er wirkt heilend auf Herz und Kreislauf, in hoher Dosis ist es tödlich.

Vergiftung - was ist zu tun?

  • Panik vermeiden
  • reichlich trinken
  • Verabreichung von medizinischer Kohle (bindet giftige Stoffe)
  • kein Salzwasser (Salzlösung kann für Kleinkinder tödlich sein)
  • keine Milch (sie beschleunigt die Aufnahme giftiger Stoffe im Darm)
  • 24-h-Notfallnummer des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums (STIZ): Tel. 145

Giftige Gerüchteküche

Unter einer Giftpflanze versteht man jene Pflanzen, die Wirkstoffe enthalten, die für Mensch oder Tier gesundheitsschädlich sind. Viele Gartenbesitzer/innen fühlen sich unwohl, wenn sie als giftig bekannte Pflanzen trotz besserem Wissen in den Garten pflanzen. Es werden pauschale „gute“ und „böse“ Pflanzen kategoriert und alles „Böse“ wird aus dem Garten verbannt. Dabei gründet die Beurteilung nicht unbedingt auf Fakten.

Wildobstarten wie die Vogelbeere, die Apfelbeere, der Schlehdorn oder die Berberitze, die werden häufig fälschlicherweise für giftig gehalten. In Wahrheit sind ihre farbenfrohen Früchte essbar und sogar teilweise recht schmackhaft. Lediglich bei Verzehr von grossen Mengen stellen sich Bauchschmerzen ein – wie bei Kirschen oder Pflaumen übrigens auch. Im Gegensatz dazu werden tatsächlich giftige Pflanzen verkannt, z.B. die Petersilie, deren Blüten als Abtreibungsmittel genutzt werden, oder die Gartenbohnen die gekocht lecker schmeckt, in rohem Zustand jedoch stark giftig ist.

Pflanzen, die sich nicht für kindergerechte Gärten eignen

Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum hat eine Liste mit Garten- und Wildpflanzen zusammengestellt, die schwere Vergiftungen oder tödlich verlaufende Vergiftungen verursachen können. Im Internet kann unter www.toxi.ch eine Liste mit Pflanzen abgerufen werden, die selten zu schweren Vergiftungen führen, die jedoch ungeeignet sind für Gärten, in denen sich Kinder aufhalten. Wer sich für Pflanzen interessiert, die für Haustiere giftig sind, findet Informationen au http://www-vetpharm.uzh.ch. Denn auch Tiere bzw. ganz besondere Tiere sind gefährdet durch giftige Pflanzen in Haus und Garten, weil sie häufig sehr viel grössere Mengen der giftigen Pflanzen zu sich nehmen als in der Regel Kinder.

Quelle: dergartenbau 25/2011  

Lupinen können zu schweren Vergiftungen führen. Das ist zwar selten, doch sollten sie wegen ihrer Giftigkeit nicht in der Umgebung von Kindern angepflanzt werden.