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Riesen-Bärenklau

Woher kommt er?

Ursprünglich aus dem Kaukasus kommend, wurde diese Pflanze im frühen 19. Jahrhundert als Zier- und Honigpflanze in Europa eingeführt, insbesondere durch den Austausch von Saatgut zwischen den botanischen Gärten. Nach einem Jahrhundert Latenzzeit hat er sich in der Natur verbreitet und ist heute eine der problematischsten invasiven Arten.

Wo findet man ihn?

Der Riesen-Bärenklau kommt in der ganzen Schweiz vor, vom Flachland bis in die Berge. Man findet ihn entlang von Wegen, an Waldrändern, an Strassen-, Ufer- und Bahnböschungen sowie auf Brachland. Er bevorzugt offene Flächen mit mineralreichen und feuchten Böden.

Welche Gefahren?

  • Gesundheitsgefährdung: Verursacht aufgrund eines Giftes (Furanocumarin) schwere Verbrennungen (bis 3. Grades), welches nach dem Kontakt mit der Haut in Kombination mit Sonnenlicht reagiert.
  • Verlust der biologischen Vielfalt: Neigt dazu monospezifische Bestände zu formen, welche die einheimische Vegetation ersetzen.
  • Erosionsgefahr: Lässt den Boden an den Flussufern im Winter kahl und ungeschützt; seine Pfahlwurzeln stabilisieren den Boden schlecht.
  • Probleme für die Landwirtschaft: Kann in den Kulturen zum Problem werden und ist Krankheitsträger für Getreide.

Charakterisierung

Wissenschaftlicher Name

Heracleum mategazzianum

Familie

Doldenblütler

Nationalität

kaukasisch

Blütezeit

Juni - September

Pflanzentyp

Staude (ausdauernde, krautige Pflanze)

Grösse

2 bis 4 m hoch

Stengel

steiff, hohl, rot besät

Blätter

gross (0,5 bis 1,2m), tief drei- bis fünflappig

Blüten

Blütenstände meist weiss, in Dolden (30 bis 50 cm Durchmesser)

Früchte

komprimiert, 10-14 mm lang und 6-8mm breit, bis 50‘000 Samen pro Pflanze

Nicht zu verwechseln

mit dem einheimischen Bärenklau (viel kleiner)


Wie handeln?

  • Man sollte sich vor jedem Eingriff mit langen Ärmeln, Handschuhen und Gesichtsschutz schützen und bei trübem Wetter arbeiten.
  • Die Blütenbestände von Juni bis August systematisch zerstören (nach der Blütezeit, jedoch vor der Samenreife).
  • Jedes Jahr nach der Keimung die neuen Pflanzen von Hand ausreissen.
  • Wurzeln mindestens 15 cm unter der Erde abschneiden (vorzugsweise im Frühjahr).
  • Auf den gross besiedelten Flächen im Mai-Juni mehr als 20 cm tief pflügen.
  • Mit dem Hausmüll entsorgen oder in eine professionelle Grüngutverwertungsanlage bringen.
  • Die betroffenen Gebiete mehrere Jahre überwachen.
  • Eine chemische Bekämpfung ist nur mit einer Spezialbewilligung möglich.
  • Jegliche Nutzung der Pflanze und der Handel mit ihr sind gemäss der Freisetzungsverordnung (FrSV) verboten.
  • Vorkommen der Art der Dienststelle für Wald und Landschaft melden (Online-Formular unter www.vs.ch/sfp> nützliche Formulare und Dokumente> Natur und Landschaft)

Zusätzliche Informationen
Dienststelle für Wald und Landschaft, Sektion Natur und Landschaft
Gebäude Mutua, 1951 Sitten
027 606 32 21, michele.burgeneradmin.vs.ch

www.vs.ch/sfp            www.energie-umwelt.ch

www.cps-skew.ch      www.giant-alien.dk